Medizinmann: Da hast du mit Sicherheit recht. Ich muss in solchen Fällen aber immer abwägen zwischen Werbewirksamkeit und der Ausrichtung des Kanals. Eine wichtige Grundbotschaft des Kanals ist, dass Soft Skills eben keine Zaubertricks oder allgemeingültige, einfache Lösung sind (wie es bei weniger seriösen Angeboten beworben wird), sondern vor allem Selbstreflexion und kritisches Hinterfragen der eigenen Verhaltens- und Vorgehensweisen. Das beliebte Schema "sounsoviele Tipps für XY" versuche ich bspw. bewusst zu vermeiden.
Videos wie meine Tagesplanung, Beherrscht eure Werkzeuge oder auch die kommende Four Burners Theory (die eben nicht an einem gut etablierten Suchbegriff hängen) sind aktuell eher Fanservice, und ich versuche bei der Themenplanung ein ausgewogenes Verhältnis zwischen solchen Themen und den "Zugpferden" zu wahren. Bei der Vermarktung gibt es da aber bestimmt noch Luft nach oben, ich überleg mal was ich da tun kann.
Um entsprechenden Posts vorzubeugen: Mir ist natürlich klar, dass es fürs Wachtsum besser wäre, nur die Zugpferde zu machen, und Alleinstellungsmerkmale zu wählen, die nicht gleichzeitig Nachteile sind.
Zum Thema "Suche" und "Suchbegriffoptimierung": ich würde da nicht mehr zu viel drauf setzen, weil die Vorschlagsfunktionen einfach so viel mehr Zugkraft haben. Wir sehen das ja selbst immer wieder. Es gibt echt viele gute Suchbegriffe, bei denen wir auf Platz 1 ranken, das auch mit guten Thumbnails, aber trotzdem kommt am Ende des Tages nicht annähernd so viel rum wie bei einem Video, was stark empfohlen wird. Wenn das Video relevant oder interessant für potenzielle Zuschauer*innen erscheint, dann werden sie da auch draufklicken und YouTube wird das mehr Leuten vorschlagen, wenn die Metriken / Signale von YT stimmen. Wichtige sind dabei laut YouTube CTR, watchtime, engagement.
Das führt also im Endeffekt dazu, dass man sich mehr Gedanken darüber machen sollte, warum Leute sich für ein Thema interessieren sollten, bzw. wie man ein Thema "schmackhaft" macht, also die Neugierde weckt, anstatt nur über die Suchanfragen nachzudenken. Letztendlich ist das heutzutage auf YT selten so, dass Leute einen Suchbegriff eingeben und dann die ersten Videos alle nacheinander durchschauen. Es wird auf eines der ersten 3 Ergebnisse geklickt und der Rest der Session geht dann über Vorschläge weiter. Ausnahmen gibt es, aber wie gesagt, dass ist nicht die Masse.
Zum Thema "soundsoviele Tipps für XY": ich wäre vorsichtig, direkt sowas abzuwerten und würde lieber darüber nachdenken, warum Leute darauf klicken. Und dass die Sachen nicht einfach nur Clickbait sind, kann man easy nachprüfen, indem man einfach mal schaut, wie so das Verhältnis von Daumen nach oben zu Daumen nach unten ist. Für uns heißt das trotzdem, dass wir immer darüber nachdenken, wie wir die Sachen besser machen können als die vorigen Videos. Daher denke ich, macht das auch Sinn, sich immer wieder klar zu machen, was die Mehrwerte sind. Oder anders gesagt: warum sollten die User dein Video schauen und nicht ein anderes (bereits vorhandenes)?
Sabina hat gerade einen Zweitkanal zum Thema Lernen angefangen und das ist direkt ganz gut gestartet, kannst ja mal gerne in ihr erstes Video reinschauen. Wenn du da irgendwelche Fragen hast, gerne her damit, vielleicht kann ich dir weiterhelfen ![]()
Was noch die vorige Frage zum Bild angeht: das ist super subjektiv, überleg einfach, was deine Zielgruppe gerne mag. Bei Sabina war es auf jeden Fall noch die etwas weichere Optik und die Lichterketten im Hintergrund. Es gibt natürlich auch ein paar andere Dinge zum Framing, zum Beispiel könntest du die Kamera etwas höher positionieren und das Mikro nicht so prominent ins Bild stellen. Irgendwie etwas Farbe tät auch nicht schlecht. Das zuhause-Argument zählt übrigens nicht, weil sehr viele erfolgreiche YouTube ein schönes Setting zuhause haben. Du könntest dir sogar einen verschiebbaren Hintergrund bauen (kennst du mirrellativegal?), oder irgendwo eine Ecke einrichten. Authentizität ist wichtig, aber es geht eben auch mit einer gewissen Ästhetik einher. Ich finde deinen alternativen Vorschlag daher deutlich besser. Kleine Lichtquellen (sekundär) in den Hintergrund und im Vordergrund dich besser ausleuchten (neutrales Tageslicht), die Kamera etwas höher und das Mikro irgendwie nicht so prominent und ich bin mir sicher, das wird deutlich besser aussehen.