Moin Oliver,
Vorweg: Ich bin kein YouTube Mitarbeiter, ich kann nur Vermutungen anstellen und aus meiner Erfahrung mit anderen Fällen Schlüsse ziehen, die nicht zwingend zutreffend sein müssen. Welche Entscheidungs-Grundlagen letztendlich für den für dich zuständigen YouTube Mitarbeiter ausschlaggebend waren, kann ich nur schätzen und nicht wissen.
Auf jeden Fall hast Du mein Mitgefühl, es frustriert total, wenn man solche negativen Rückmeldungen bekommt. Das kann ich sehr gut verstehen.
Re-Used Content oder Wiederverwendete Inhalte bezieht sich nicht zwingend auf Content ID oder Raubkopien, etc. Die Grundlage für diese Dinge sind die YouTube Quality Guidelines und die Guidelines für Adsense. Re-Used Content bedeutet in diesem Zusammenhang "zusammenkopiert". Es gibt zahlreiche ASMR, Regen-Plätscher und auch Musik-Kanäle, die durch diese in 2019 neu erlassenen Regeln nicht mehr monetarisierbar sind auf YouTube.
Die Grundlage für diese Entscheidung findest du hier:
https://support.google.com/youtube/answer/1311392?hl=de
Dort besonders den Abschnitt "AdSense-Programmrichtlinien und Nutzungsbedingungen von YouTube einhalten" durchlesen.
Ich vermute, die für dich interessante Stelle dabei lautet:
Zitat von YouTube Quality Guidelines
- Inhalte, die in großen Mengen produziert oder programmatisch generiert wurden
- Diashows mit Bildern oder Lauftext mit wenig oder fehlender zusätzlicher verbindender Erzählung, Kommentierung oder pädagogischem Wert
YouTube möchte für die Monetarisierung "Persönlichkeit" in den Videos. Dies sollte entweder halt eine Person vor einer Kamera sein, oder zumindest ein Voice-Over (nicht automatisch generiert). Und was wohl bei den Prüfern sofort übel aufstößt sind Videos von sehr langer Spieldauer, die wohl hauptsächlich als Einschlaf-Videos verwendet werden oder für Hintergrund-Beschallung. Denn die Werbetreibenden möchten Werbung schalten, die auch gesehen wird, und nicht Geld dafür bezahlen, dass ihre Werbung läuft, wenn gar keiner hinschaut. Darum haben es Kanäle mit solchem Content sehr schwer in die Monetarisierung zu kommen.
Dieser Teil der Guidelines spricht vermutlich auf deine vier Long-Track Videos an, die wohl für einen Großteil deiner Watchtime zuständig sind. In diesen Videos sieht man nur ein Standbild, es gibt fast keinen Gesang/Voice Over und die Musik hat vermutlich sich stark wiederholende Teile. Zumindest wird anscheinend für einen Prüfer bei YouTube für ein fast 1h Video hier nicht genug Abwechslung und eigenständiger Content angeboten und wenn man diese vier Videos aus deinem Kanal rausrechnen würde, wären die 4000 Stunden Watchtime nicht erreicht.
Vermutlich wäre es möglich deinen Content zu monetarisieren, wenn du "Musik typisch" einzelne Lieder von 2-5min Länge ausschließlich auf dem Kanal hättest.