Bisher war es nach Aussage von Experten immer so, dass h264 für YouTube besser funktioniert hat als h265. Auch in der Hilfe für YouTube steht immer noch als Empfehlung, h264 zu verwenden. Die Empfehlungen zum Upload-Format findest Du hier: https://support.google.com/you…71?hl=de#zippy=%2Cbitrate
Dann werden Videos halt immer umcodiert von YT, das dürfte bekannt sein. Nehmen wir an, dass Du zu Hause mit 50MBit/s aufnimmst und es als 1440p60 mpg File in h265 oder h264 hochlädst, dann macht YouTube daraus zuerst Varianten im AVC1 Format, wobei sie zeitlich mit den niedrigsten Auflösungen beginnen, also so etwas wie 360p24 mit vielleicht 64Kb/s. Wenn Du also direkt nach dem Upload ins Video reinschaust, ist die Qualität eh immer am allerschlechtesten. Daher sollte man so etwas niemals direkt nach dem Upload bewerten.
Je länger Du wartest, desto mehr verschiedene Qualitätsstufen fürs Streaming auf unterschiedlichen Geräten hat YT dann irgendwann parat. Bis es irgendwann auch als 1440p60 VP9 verfügbar ist, kann das einige Stunden dauern. Wenn bei YouTube mal wieder Probleme im Backend auftreten oder am Wochenende besonders viel los ist, kann sich dies auch mal auf 1-2 Tage strecken, bis die höchste Qualitätsstufe auf YT verfügbar ist.
ABER: selbst die höchste Qualitätsstufe wird niemals 50MBit/s haben, wie Deine Files zu Hause. Bei 1440p60 liegt das Maximum bei SDR Bildmaterial sicher um einiges unterhalb von 20MBit/s. Daher ist es völlig normal, dass es bei Dir auf dem Rechner besser ausschaut, denn das ist eine lokale Datei. YouTube versucht aber, die genutzte Bandbreite für den Transport übers Netzwerk anzupassen a) auf das Gerät, b) auf die im Browser verwendete Auflösung, c) auf die bei YT gerade vorhandene Belastung, d) auf die Verbindungsqualität von YT zu Deinem Gerät, und e) vermutlich noch an viele weitere Faktoren.
Unter anderem wird dabei auch daran gedacht, dass sie zumindest seit Corona Beginn den Staaten zugesichert haben weniger vom Gesamtnetz in Anspruch zu nehmen und die Qualität der Streams nicht immer beim bestmöglichen, sondern eher so Richtung 720p zu optimieren, damit die lokalen Netze mehr Transport-Kapazitäten für alle Dienste freihaben und es zu weniger Überlastungen kommt, wie das zumindest zu Beginn der Lockdowns der Fall war in manchen Regionen. Man kann die Qualität dann meistens manuell hochdrehen als Zuschauer, aber oft starten die Streams als 720p selbst auf einem Desktop PC mit Kabelanbindung und hunderten MBits/s Transfer-Kapazität.
Und die meisten Leute schauen Videos auf Mobile, und sehen sich eh fast nie Videos in 1440p oder gar noch höheren Auflösungen an. Daher ist die Anzahl der Nutzer, die irgendwelche Artefakte im 1440p Format bemängeln, eher gering. Es gibt ein paar wenige Freaks, die sich über sowas aufregen, aber ich beneide diese Leute immer sehr darum, dass sie keine anderen Probleme haben.
Als Tipp kann ich nur geben, YT möglichst gute H264 Qualität beim Upload anzubieten, wobei mehr als das doppelte der empfohlenen Bitrate irgendwann völliger Unfug wird, weil YT das sowieso extrem einstampft. Vermutlich gibt es noch einige Voodoo-Tricks, um minimale Qualitäts-Optimierungen vorzunehmen. Aber man sollte sich immer fragen, ob die eventuell Stunden an Mehraufwand es wert sind, für die extrem wenigen Viewer, die das dann in höchster Qualität anschauen und diese Artefakte dann überhaupt bemerken und als störend empfinden.
Als Beispiel aus der Praxis fand ich es sehr bemerkenswert, als der bekannte Tech YouTuber Linus von Linus Tech Tipps vor einigen Monaten darüber sprach, dass sie zeitweise in 8k Footage aufgenommen haben, um bestmögliche Qualität anzubieten. Die hatten extra mehrere RED Kameras angeschafft, die ohne Zubehör schon 50 Riesen kosten, und das Zubehör war nochmal ultrateuer. Es wurden hunderte Terrabytes an Speicherkapazität vorgehalten, für die ganze Footage, tierisch teure Schnittmaschinen aufgebaut, und mit extremstem Hardware-Aufwand dieses Videomaterial dann über sehr teure 10GB/s Standleitungen zu YouTube hochgeladen, und am Ende haben nur verhältnismäßig Wenige die Sachen in 4k angeschaut, und trotz Millionen Views, die Anzahl der Viewer in 8k mehr oder weniger um die 100 rumpendelte. Die Produktionskosten haben sich aber durch die enorme Qualität verxfacht. Die Arbeitszeit war ebenfalls mehrfach erhöht, die Ausrüstung um ein vielfaches teurer, und im Endeffekt war es nahezu unnütz. LTT ist wieder auf 4k Qualität zurückgegangen, das zwar immer noch enorm aufwändig ist, aber die Produktionskosten und Produktionszeit pro Video enorm reduziert.
Nachtrag:
Die durchschnittlichen Zuschauer bewerten Videos eher in einer anderen Reihenfolge: Als Erstes kommt der Inhalt, das Thema, ob hilfreich/unterhaltsam oder nicht, dann folgt die Soundqualität und erst viel weiter hinten kommt dann irgendwann die Bildqualität.
