Grundlegend ist es nicht einfach, die optimalen Einstellungen zu finden, die am Ende für YT am besten "zu verstehen" sind. Da fummelt man etwas länger rum und braucht eventuell mehrere Stellschrauben, damit am Ende der Inhalt möglichst gut aussieht.
Dann sollte man beachten, dass YT immer einige Zeit mit dem Grundmaterial rumrechnet. Direkt nach dem Upload sieht das Material oft schlechter aus, als wenn man z.B. ein oder zwei Tage nach Upload nachschaut. Der Content wird oft erst nach AVC konvertiert und die Konvertierung in den besseren VP9 Codec geschieht im Hintergrund und wie lange das dauert, ist abhängig, wie stark belastet das YT Netzwerk gerade ist, mal dauert es nur wenige Stunden, manchmal kann es auch Tage dauern. Und manchmal wird gar nicht nach VP9 umgerechnet, sondern der Content bleibt für immer AVC codiert.
Genau das Gleiche gilt für die höheren Auflösungen. Direkt nach dem Upload oder wenn man das Video einfach direkt auf "Öffentlich" hochlädt, werden die Zuschauer eine sehr schlechte Qualität bekommen, oft nur 360p oder 720p. YouTube berechnet direkt nach dem Upload als aller erstes die schlechtesten Qualitäts-Varianten und erst nach und nach werden die besseren berechnet. Je nach Dateigröße kann 1080p60 schonmal 1-2h dauern, nach Abschluss des Uploads, an Tagen wo extra viel bei YT los ist (Wochenende), eventuell auch länger. Und wenn bei YT mal wieder technische Probleme vorherrschen, was regelmäßig immer wieder vorkommt, kann sich das auch mal auf 6h oder länger verzögern. Und 1440p oder 4k werden einige Stunden oder sogar Tage dauern, bis sie fertig berechnet sind. Komplexe Systeme neigen halt dazu, auch mal unrund zu laufen. Aber irgendwann kriegt sich das System dann wieder ein und dann wird die Qualität besser.
Also sollte man das immer im Backend kontrollieren, bevor man ein Video veröffentlicht, zumindest wenn man die Zeit dazu hat. Daher im Idealfall den Upload auf private oder mit einem Veröffentlichungszeitpunkt erst einige Stunden nach Abschluss des Uploads einstellen, damit YT genug Zeit hat, die verschiedenen Versionen fertig zu berechnen. Damit die Zuschauer, wenn sie das Video dann angezeigt bekommen, auch die bestmögliche Variante ausgeliefert bekommen, die für ihr Gerät und ihre Internet-Verbindung geeignet ist.
EIn paar Punkte zum Dateiformat:
- h265 ist für YouTube problematisch, am besten h264 verwenden
- wenn die eigene Internet-Verbindung das hergibt, würde ich in bestmöglicher Qualität hochladen. Ich hab das früher anders gesehen, aber mittlerweile hab ich die Erfahrung gemacht, je besser das Ausgangsmaterial, desto höher die Chancen, dass das Endergebnis gut aussieht. Allerdings ist dabei zu beachten, je höher die Datenrate im Ursprungsmaterial und je größer die Datei an sich, desto länger dauert es, bis YouTube die verschiedenen Versionen berechnet hat.
- Die Roh-Aufnahme kann eigentlich auch nicht hochwertig genug sein, außer man hat da Beschränkungen was die Hardware zu Hause angeht. Denn je größer die Qualität, die man vorne ins Editing reingibt, desto länger dauert es in den meisten Fällen, die Dateien fertig zu stellen. Aber wenn man da keinen Zeitdruck hat, oder hochwertige Hardware, kann man auch mit höheren Werten rangehen. Ich hab mir als Beispiel einen 12Kern 3900x zugelegt vor einigen Monaten. Seitdem zeichne ich mit 100MBit/s auf, statt wie vorher mit 50MBit/S und das hat nochmal einen Schritt nach vorne gebracht. Auch wenn der Rechenaufwand natürlich reichlich höher ist und auch die hochzuladenden Dateien dann sehr viel größer werden. Hier muss man Kompromisse finden, die für die persönlichen Bedingungen passend sind. Mit solchen Werten ranzugehen, wenn man auf einem 5 Jahre alten Laptop Video-Editing betreibt, wäre natürlich Wahnsinn und würde eventuell Tage dauern und den Laptop zum Schmelzen bringen.
- 1440p Video Material wird von YouTube mit einer höheren Wahrscheinlichkeit in den qualitätsmäßig besseren Codec VP9 umgewandelt. Aber eine Garantie ist das auch nicht, und ob umgewandelt wird oder nicht, entscheiden die YT Systeme automatisch. Manchmal wird sogar 1080p in VP9 codiert, manchmal wird 4k Material nicht in VP9 umgewandelt. Und dann gibt es mittlerweile auch noch den AV1 Codec bei YouTube, der wohl nochmal eine Stufe darüber liegen soll, aber der wird nur sehr selten angewendet bisher. Man sollte aber auch beachten, dass es nur wenig für die Qualität bringt, wenn man 1080p Content künstlich auf 1440p "aufbläht". Zum einen bemerkt YT sowas mittlerweile öfter und ignoriert dann die höhere Auflösung und zum anderen wird durch das Aufblähen die Qualität eventuell sogar verschlechtert. Von daher, wenn 1440p Content, dann am besten auch gleich in 1440p aufnehmen, soweit das Recording-System das zulässt.
- Hier mal meine Aufnahme (AMD ReLive) und Vegas 14 Parameter, die allerdings eine Menge Rechenpower erfordern, das ist nicht für jeden in dieser Form empfehlenswert:

Bei NVidia OpenCL auf CUDA umstellen
Ich bin auch kein totaler Profi dabei. Ich habe halt nur einige Jahre lang Fehler in diesem Bereich gemacht, viel recherchiert und mit anderen darüber diskutiert und Experimente gemacht. Ansonsten ist das Forenmitglied @strohi da sehr versiert in diesem Themen-Komplex. Und wie bereits gesagt, man muss immer für sich selbst einen passenden Kompromiss zwischen Qualität und Aufwand finden. Niemand möchte drei Tage auf ein 10 Minuten Video warten, bis es fertig ausgerechnet ist und dann nochmal 2 Tage hochladen und danach nochmal 2 Tage warten, bis YT das fertig umgerechnet hat.