Beschwerde wegen Urheberrechtsverletzung bei eigenem Song

  • Nabend!


    Wie zuverlässig ist eigentlich dieser Erkennungsalgorithmus von Youtube? Er markiert mir ein Teil eines Songs, den ich wirklich wirklich selbst geschnitzt habe, nix gecovert oder dergleichen, kein fremdes Sample, nix? Dann wird mir ein Song genannt, wo diese Verletzung angeblich vorkommt, wobei "let it burn" jetzt nicht wirklich Klarheit schafft, welcher Song hier tatsächlich gemeint ist, weil es den vermutlich zig Mal geben wird. Aber selbst alle möglichen Suchen nach einem Song mit diesem Titel fördert nur Material zu Tage, wo ich beim besten Willen keine Ähnlichkeit zu meinem selbstgebauten Song erkennen kann.


    Nun kann man ja bei Youtube widersprechen, allerdings steht auch in den möglichen Konsequenzen, dass das im worst case zur Kontenlöschung führen kann. Nur weil ich nichts ähnlich klingendes gefunden habe, heißt das ja nicht, dass es nicht doch vielleicht etwas ähnliches gibt, was ich bisher nur nicht kenne bzw. nicht gefunden habe.


    Hat jemand von Euch damit Erfahrungen?


    Danke! :)

  • Das kann dir niemand beantworten. Manchmal können kleine Passagen in Songs sich ähneln. Dafür gibts Urheberrechte und wann die berührt sind, können dir Experten zu diesem Thema beantworten, die meist in Kanzleien sitzen.


    Persönlich nervt mich die Software. Ich habe häufig Songs, Jingles etc bei Envato/Audiojungle erworben und genutzt. Zur Zeit scheint wieder was rumzugehen. Ich musste kürzlich bereits wieder 3 Videos mit Einsprüchen belegen. Diese Nacharbeit für eine Ware, die man bezahlt hat, steht in keinem Verhältnis mehr, deshalb stelle ich den Kauf solcher Sachen ein. Das Krasseste was ich mal erlebt habe, da wurde mir auf mehrere Videos ein Claim auf den gleichen Song gesetzt. Einspruch, Einspruch, Einspruch... Irgendwann platzte mir der Kragen. Habe dann den Creator direkt auf der Plattform angeschrieben. Der stellte dann fest, dass man ihm den Song geklaut hatte und darauf ein Copyright by YT angemeldet hatte.

  • Einspruch, Einspruch, Einspruch...

    Danke für Deine Antwort. Bzgl. eines Einspruchs: Wenn ich mir die FAQs bei Youtube dazu anschaue, speziell "Was geschieht nach meinem Einspruch", finde ich solche Horrorfolgen wie



    Zitat von Youtube

    Dein Video deaktivieren: Der Urheberrechtsinhaber kann auch einen Deaktivierungsantrag wegen Urheberrechtsverletzung stellen, damit dein Video von YouTube entfernt wird. In diesem Fall erhält dein Konto eine Urheberrechtsverwarnung.

    Das mit der Verwarnung klingt schon irgendwie krass, obwohl ich im Grunde nur wissen möchte, warum daran gezweifelt wird, dass ich der Urheber bin.
    Wenn Du schon so viele Einsprüche hinter Dir hast: Traf das schon mal auf Dich zu?

  • Ich kann nur aus eigener Erfahrung sprechen. Jeden Claim habe ich mit Einspruch beantwortet und darauf verwiesen, dass ich im Besitz der Lizenz bin und sie vorweisen kann. Die gingen alle durch.


    In deinem Fall liegt das etwas anders. Ich kenne mich im UR nicht sonderlich gut aus. Du kannst Einspruch einlegen, solltest dir aber sicher sein, dass du nicht Teile einer Melodie verwendet hast, die jemand anders lizensiert hat. Aber wie gesagt, das ist nicht mein Fachgebiet.


    Bei deinem noch so jungen Kanal würde ich mir überlegen, ob sich die Aufregung lohnt.

  • Vielleicht als ergänzende Info:


    Ich habe mich getraut und bei einer angeblichen Verletzung Widerspruch eingelegt. Erst hat sich der von YT befragte mutmaßliche Rechteinhaber lange nicht gemeldet. Kurz vor Ablauf der Frist kam dann aber die für mich erlösende Nachricht, dass er meinen Ausführungen zustimmt und sozusagen ebenfalls keine Ähnlichkeiten sieht. :)

  • Es gibt leider bei YouTube auch eine Menge Vögel, die relativ wahllos Claims stellen, vermutlich als eine Art Geschäftsmodell. Dabei werden dann auch teilweise Songs genannt, die absolut gar keine Ähnlichkeit haben. YouTube ist da kein Richter, der Entscheidungen trifft. Das Content-ID System ist nur ein automatisierter Hinweisgeber auf mögliche Verstöße, und bei Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Creatorn dient es dann als Vermittler und Schlichter. Da sitzt aber bei YT nicht wirklich jemand, der sich die Inhalte anschaut und dann sagt, ja ist kopiert, oder ist nicht kopiert, dazu hätte YT auch gar kein Recht, das müssen Anwälte und Richter klären im Ernstfall.


    Die Entscheidungen treffen bei Claims und Strike fast immer die Personen hinter den Channels, nie YT, es gibt halt nur feste Widerspruchsfristen, etc. und wenn die nicht eingehalten werden, gibt es entsprechende Aktionen. Oder sonst halt, wenn die streitenden Parteien eine Entscheidung getroffen haben, wird die dem jeweils anderen Streiter mitgeteilt, aber das läuft alles voll automatisiert. Zumindest, solange man keine Rechtsanwaltsdokumente oder Gerichtsakten einreicht, dann wird das wohl eher manuell geprüft, aber sonst nicht.


    Und bei Künstlern, die nicht selbst bei YT hochladen, gibt es dann auch diese Fälle wie oben von Thomas Schmidt genannt, wo andere Leute deren Inhalte hochladen und, wenn sie die ersten waren, die jemals diese Inhalte hochgeladen haben, hält YT sie dann erstmal für die "Urheber". Das funktioniert auch wohl relativ häufig, wenn Musiker sich da nicht wirklich drum kümmern, und ihre Musik sonst nur irgendwo auf anderen Plattformen, auf der eigenen Homepage oder eventuell gar nicht online vermarkten.


    Dann gibt es auch sehr, sehr oft bei Plattformen, bei denen man Content kaufen kann, die richtigen Abzocker, die solchen Markt-Plattformen dann Lieder, Bilder, Videoschnipsel anbieten, diese Verteilen und Vermarkten diese dann für einige Monate, und irgendwann wird dann der Content von der Plattform zurückgezogen und dann wird nachträglich das Copyright angemahnt und geclaimt, notfalls mit geändertem Firmennamen oder mit der Aussage "wir haben unser ganzes Repertoire verkauft".


    Dann kommen die Abmahnungen und Claims von der "neuen" Besitzerfirma, auch wenn oft die gleichen Personen dahinter stehen. Daher wäre ich immer vorsichtig mit Songs und Content kaufen bei irgendwelchen Internet-Portalen, vor allem, wenn sie als reiner Marketplace arbeiten, und Inhalte von irgendwelchen Leuten anbieten. Man weiß nie, ob die Uploader tatsächlich die wirklichen Urheber waren, oder ob die Uploader ihrerseits bereits eine Copyright-Verletzung begangen haben.

  • (..)Dabei werden dann auch teilweise Songs genannt,(..)

    Teilweise nicht einmal das. Ich hatte vor einigen Jahren, eher am Beginn meiner Youtube-"Karriere" meinen bisher einzigen solcher maßgeblichen Ansprüche.


    Da hat sich jemand aus einem meiner Tomb Raider Legend Videos wahllos 15 Sekunden herausgegriffen, mitten aus der Game-Begleitmusik heraus, und über Youtube maßgebliche Nutzung geltend machen wollen.

    Youtube hatte mich benachrichtigt und mir empfohlen (alles wohl Standard-Antwort), mich persönlich an den Melder zu wenden. Das habe ich dann auch gemacht und geschrieben, wer der tatsächliche Content-Eigner ist, nämlich Square Enix/Crystal Dynamics/Eidos/usw, und man möge sich dorthin wenden, um vermeintliche Ansprüche anzumelden.


    Meine Nachricht war gefühlt noch garnicht vollständig verschickt, da wurde der Anspruch von diesem AD-Banditen (für mich war das ein solcher) schon zurückgezogen.


    Ich hatte seinerzeit zunächst einen durchaus spürbaren Schreck bekommen, weil ich mich in diesem Metier noch so gut wie garnicht auskannte. Im Nachherein werde ich ungemein stinkig, wenn ich so etwas lese.

    Wer will, findet Wege, wer nicht will, sucht Gründe...und der Mensch ist Weltmeister im Erfinden von Gründen :D

    Wenn die Klügeren immer nachgeben, haben am Ende die Dummen das Sagen ;)

  • Was wären mit dem heutigen Wissen Deine ersten Maßnahmen?

    Im Prinzip das gleiche wie geschrieben, Atarifreak , vielleicht mit einem (kleinen) Unterschied: Gerade Square Enix hat in seinen Nutzungshinweisen einen nicht zu übersehenden Abschnitt, der inhaltlich die Nutzung von Gaming-Contents - sprich Let's Play - für eigene Youtube-Videos - unter Einhaltung einiger kleiner Regeln - ausdrücklich begrüßt - klar, bessere Werbung gibt's kaum ;)


    Aber, und jetzt kommt's, in dieser Passage weist Square Enix ausdrücklich darauf hin, dass auch sie, also Square Enix, für einige Musik-Titel Lizenzen erwerben mussten, woraus folgt, dass man die als Gamer/Creator nicht (ohne weiteres) nutzen darf...diese Titel mit Content-Inhaber findet man übrigens in den entsprechenden Game-Beschreibungen.


    Man darf davon ausgehen, dass so gut wie alle Game-Hersteller das ähnlich wie Square Enix handhaben, aber eine Garantie/Absolution dafür gibt's nicht.


    Als Tomb Raider Fan habe ich mal auf der Seite des jetzigen Inhabers von Tomb Raider (und Crystal Dynamics, EIDOS Montreal), nämlich der Embracer Group, gesucht (aber nicht ganz sorgfältig) und keine expliziten Hinweise gefunden, die den o. a. Ausführungen von Square Enix gleichen...also rein rechtlich darf man sich da nicht sicher sein, auch wenn es kaum vorstellbar ist, dass ein Game-Hersteller auf die kostenlose Werbung von Gamern/Creators verzichten würde.

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    Einmal editiert, zuletzt von Nordmann2021 ()

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