Die Chroniken von Inahar

    Hallo liebe Gemeinde,
    ich schreibe heute hier um ein weiteres Steckenpferd (ich glaube ich mache alles mal irgendwie - und alles nur halb-so-gut :D ) von mir zu präsentieren. Ich schreibe derzeit an einem Fantasy-Roman.

    Es handelt sich bei den "Chroniken von Inahar" um ein als mehrteilige Reihe konzipiertes Buchprojekt. Obwohl es in einer fiktiven Welt stattfindet stehen im ersten Band vor allem
    menschliche Beziehungen im Vordergrund und werden mit einer Prise Fantastik gewürzt um die Reihe aufzubauen. Es handelt um zwei Jungen, die unterschiedlicher nicht seien könnten
    und doch als beste Freunde in einem liebevollen kleinen Örtchen aufwachsen. Während Sie die Welt um sich herum nur durch die Lehrstunden Ihres erfahrenen Lehrmeister
    kennenlernen sind anderen Fraktionen dabei, das politische Gefüge der spielenden Welt durcheinander zu bringen bis auch das kleine Dörfchen der beiden Protagonisten Spielball dieser politischen Machsenschaften wird
    und das Leben beider verändert. Auf Lange Sicht soll hier eine Trennung der beiden Freunde erfolgen und eine ganz konträre Entwicklung. So werden sowohl die Seiten einer Rebellion als auch die der
    Regierung beleuchtet und schlussendlich im Rahmen der beiden Protagonisten zum Höhepüunkt geführt. Der erste Band bildet hierbei den Auftakt einer Reihe, die unterschiedliche Charaktere hervorbringt,
    die durch Witz, Charme und Perönlichkeit überzeugen sollen.

    Hierbei würde mich vor allem die Meinung von außenstehenden Interessieren.

    Ist die Story strukturiert und verständlich?

    Agieren die Figuren nachvollziehbar?

    Unterhalten Plot und Akteure?



    Wenn dies vom Forum gestattet ist würde ich gerne ab und an die geschriebenen Kapitel hier hochladen und etwas Feedback direkt im Forum oder per PN erfragen. Das würde mir wirklich helfen. Sofern dies mit den Forenregeln nicht konform geht würde ich mich über einige Querleser freuen, die etwas "Zeit opfern" :D

    Ich danke schonmal allen die bis hier gelesen haben :D
    • 00

    Vor einem Moment

    Hej Du

    Vielleicht hilft dir das weiter:
    Soooo ich bin so frei und lass einfach den Anfang hier erscheinen. Ich nehme geren Kritik und Feedback jeglicher Form entgegen. Gerne auch als PN (um den Thread hier nicht zu überfluten sondern auf die Geschichte zu konzentrieren) oder im Extra-Bereich :D Vielen Dank!

    Chroniken von Inahar


    Band 1
    -1. Buch-
    Es wartet eine neue Welt auf dich,
    nach jedem Sonnenaufgang,
    hinter jedem Horizont,
    einem leisen Echo gleich

    Unausweichlich betrittst du sie,
    mit jedem Schritt,
    mit jedem Atemzug,
    mit jedem Tag, der verstreicht

    Was hinter dir liegt,
    lasse zurück,
    lass Erinnerung werden,
    wie leuchtende Sterne in der Nacht

    Was dich erwartet,
    behalte im Blick,
    begrüße mit Freude
    als wäre es das letzte Mal

    Fürchte nicht das Fremde,
    erlebe es,
    auf das es dich weiter und weiter trägt
    in die neue Welt.


    ~Vorspiel~

    Manche Lebensabende fügen sich so, dass man allein in seinem Kämmerlein sitzt, ein Glas Jinarischen Weines zwischen den Fingern dreht und das duftende Aroma der würzigen Aneas-Traube in seine Nüstern zieht. Man denkt über sein Leben nach, die Wahrheiten, die man hinterlässt, die Lügen die einem nachhallen und wiegt das Für und Wieder ab. War es ein gutes Leben? Manch einer mag sich für den größten aller Dichter halten und sein Leben in den letzten Stunden in allen Facetten zu Papier bringen. Vor dem prasselnden Feuer eines Kamins, der mehr der Atmosphäre dient als der tatsächlich spendenden Wärme, müht man sich ab, seine Vergangenheit für eine Zukunft niederzuschreiben. Zu dem Zweck, nach vorne zu schauen und nicht zurück. Nicht selten sitzt man dann in Yordans Reich, blickt hinab ins Reich des Sterbens und merkt, welch Nichtigkeiten man doch den Lebenden hinterließ. Dann jedoch wird einem klar, dass es nicht die eigene Geschichte ist, die für die Vergessenden unvergessen gemacht werden muss – es ist die Geschichte eines jeden einzelnen, die es zu hinterlassen gilt.

    Ich kniete pflichtbewusst vor dem Thron des Königs nieder, dessen Anblick nun meinem Willen zum Abschied nicht mehr im Geringsten zu berühren vermochte. Zu lange diente ich einem anderen Herrn, sodass mein Lebensabend nun mir alleine gehört. Und so tat ich das, was ich am besten konnte und mein Leben seit jeher prägte: ich erzählte Geschichten.
    „Nun, Meister Haloc Ohneson, wir sind noch weit entfernt vom Ziel und mich betrübt die Zeit, die wir warten müssen.“
    Ich hob meinen Kopf und heuchelte die Treue, die jeder König auf jedem Thron gern hörte. Wie ein Schauspieler auf seiner Bühne mühte ich meine müden Knie, mich groß zu machen und breitete die Arme weit aus. Ich blickte jedem im Saal direkt in die Augen, spürte in jedem den Drang und die Ungeduld, was für eine Geschichte Haloc, der Chronist, der Diener vieler Herren, wohl zu berichten vermochte. Meine Stimme hat von Ihrer Kraft nichts eingebüßt, mein Körper war vom Alter gezeichnet, aber meine Stimme und meine Hände waren mein Kapital und standen in derselben Blüte wie einst vor 70 Jahren. Und so drehte ich mich bedeutungsvoll unter dem rauen Atem der staunenden Beobachter und neigte meinen Kopf dem Thron entgegen. Jener welcher ihn in diesem Moment besaß rieb sich die Hände und konnte ein leichtes Grinsen nicht unterdrücken.
    Der Thron in der Bellefemme, dem Stolz der Abastianischen Luftschiffflotte, hatte ebenso viele Hintern gespürt wie sein Bruder weit unter uns im Palast der Hauptstadt. Und zumindest ebenso viele werden noch folgen. Wen kümmert es noch wer sich momentan in seinen Stoff drückt?
    Ich musste unweigerlich lächeln und schüttelte den Kopf, hob aber sofort die Hand um den Umstehenden zu zeigen, dass lediglich meine eigenen Gedanken mir Freude bereiteten. Diese Geschichtewürden sie zu hören bekommen.
    „Nun denn, nach was gelüstet es denn euch zu hören, mein Herr?“ Ich verbeugte mich tief und ließ dem König Raum zu denken, obwohl ich bereits den ersten Vers meiner Erzählung auf den Lippen hatte. Es gab in meinem Leben nur die eine Geschichte, jene die mir immer im Herzen brannte und die ich für meine letzten Stunden stets bereithielt. Es gab nur die eine Erzählung, die ich in all ihren Facetten geheim hielt, bis ich sie nicht länger tragen konnte. Ich würde sterben noch vor Ende der Reise. Das spüre ich seit einiger Zeit schon, aber was für ein Chronist wäre ich, wenn ich die wichtigste und größte aller Geschichten mit unter die Decke ziehe, die mich beim letzten Atem warm halten wird? Die Zeit war gekommen, das Publikum perfekt und so fügte sich doch alles dem Ende entgegen.
    „Erzählt mir eureGeschichte Haloc.“, unterbrach der junge König meine Gedanken.
    „Ihr dientet meinem Vater und dem König vor ihm und wer weiß wie vielen Herren noch; euer Leben muss einige Weisheiten bereithalten.“
    Ich grinste leicht, aber nur so, dass nur mein eigener Schatten es hätte bemerken können. Damit hatte ich nicht gerechnet, aber im Endeffekt waren die Worte des Thronsitzers bedeutungslos gewesen.
    „Das werde ich mein Herr, ich erzähle euch meine Geschichte und es wird auch die Eure sein. Es wird die Geschichte eines jeden hier im Raum.“ Ich drehte mich nochmals um meine eigene Achse und zeigte mit meinen straffen Fingern einmal in die Runde.
    „Ich erzähle euch die Geschichte unserer Nation – Ihre Geburt, wie es wirklich war. Ich berichte euch von Freundschaft und Hass, von Liebe und Intrige, von Mut und Verzweiflung und vom kostbaren Gut des Lebens. Es ist die Geschichte einer vergessenen Vergangenheit, beschönigt und gerade gerückt für diejenigen, die sie nicht hören wollten. Ich habe mein Leben zu Ende gelebt und hinterlasse euch diese Geschichte als mein Vermächtnis.“
    Der angehaltene Atem drang wie ein lauter Hammerschlag an mein Ohr. Weit aufgerissene Augen durchdrangen jede Faser meines alten Körpers. Der heutige König wackelte auf seinem Thron und schrumpfte zusammen wie ein kleiner Junge.
    „Nun.“, sagte ich im Flüsterton, „Ich beginne dort wo eine gute Geschichte beginnen sollte – am Anfang.“


    ~Prolog~

    Manch eine Geschichte findet Ihren Anfang in unvermittelter Art und Weise. Mit einem spannenden Eingang, der den geneigten Zuhörer sofort in das Geschehen zieht. Eine andere beginnt ruhig und besonnen. Der Betrachter wird in Sicherheit gewogen, lernt die dargebotenen Helden kennen und lieben und wird umso mehr gefesselt von den emotionalen Ereignissen auf dem Höhepunkt. Manchmal jedoch – und gerade dann, wenn es zu einem zentralen Thema der Geschichte gehört – muss die Geschichte mit dem beginnen, womit sie auch aufhören wird.
    Mit dem Bösen.
    Und so begab es sich, dass in einem dunklen düsteren Raum, eine Gestalt, verhüllt in tiefem schwarz, umhangen mit einem Mantel dunkler als die schattigste Ecke der sonnenlosesten Kammer, vor einem Tisch saß und darauf ausgebreitet ein Karte. Auf der Karte befanden sich Figuren aus weißem Gestein gehauen und mit verschiedensten Symbolen verziert. Feucht tropfte kühle Nässe aus den Rillen und Rissen der Mauer auf das Pergament der Karte und auf das Holz der Bodendielen.
    Die Gestalt atmete tief, die Kapuze des Umhangs blähte sich leicht unter den schweren Zügen, die seine Lunge tat. Seine Hände ruhten sanft an den Kanten des Tisches, an denen die Karte endete und dennoch ächzte das Holz als würde eine schwere Last auf ihm ruhen. Das Flackern einer Kerze, halb zu Boden niedergebrannt, umhüllte die Gestalt und warf die engen Wände der Kammer in ein bedrohlich-rötliches Leuchten und knisterte hörbar wie der prasselnde Kamin einer Jagdgesellschaft.
    Plötzlich setzte eine endlose Stille ein. Keine Stille wie man sie sich vorzustellen vermag. Nicht wie das Rauschen von Blättern im Wind das allmählich erstirbt. Nicht wie das hilflose Gekreische eines Schweins auf der Schlachtbank, bis ein Schnitt die Kehle durchtrennt. Nein viel mehr erstarb jegliches Geräusch in dem kleinen Zimmer, als würde alles nur auf die folgenden Worte warten, die gleich kommen mögen. Oder aber vielleicht auch so, als würde es Angst haben die Gedanken, die unausgesprochen bleiben, zu stören. So also verstummte das Tropfen des kalten Wassers aus dem leblosen Stein. So also bemühte sich das Holz des Tisches unter der Last der tätigen Hände nicht zu ächzen. So also verpuffte das Knistern der Kerze zu einem stummen Zischen, behielt das gemächliche Flackern aber aus Pflichtgefühl bei. Und selbst der Atem der verhüllten Gestalt verstummte, denn er musste der Stimme Platz schaffen.
    „Die Figuren sind gesetzt!“, die Gestalt löste die rechte Hand vom Holz des Tisches und man konnte beinahe hören, wie dieses erleichtert aufseufzte, würde es sich denn trauen, ein Geräusch zu machen.
    „Mistar wird dein sein, mein Herr!“
    Die rechte Hand schwebte formlos über die Landkarte des östlichsten Kontinents von Inahar.
    „Drei Reiche, vereint, wie einst. Drei Reiche von Blut gezeichnet, in Blut ertränkt und aus Blut wieder auferstanden.“
    Die Hand der Gestalt ließ den Zeigefinger über drei Punkte auf der Karte wandern. Dabei berührte sie die weiße Figur mit dem roten Symbol, die auf der nördlichsten Stelle der Karte stand.
    „Acheron, Abas und Keade. Drei Brüder, drei Feinde und dasselbe Schicksal. Da wo sie versagten, werde ich euch stützen.“
    Weitere kleinere Figuren standen überall auf der Karte verstreut. Sie alle waren schwarz bemalt mit einem weißen Fleck auf der Brust.
    „Es ist alles vorbereitet. Alles bereit für ein glorreiches Ende. Und die Figuren bewegen sich auf ihr Schicksal zu.“
    Die Gestalt löste auch die linke Hand vom Holz des Tisches und ließ beide in gleichsamen Bewegungen über die Karte fliegen, wobei sie einem einstudiertem Muster zu folgen schien. Ihr tiefer Atem verdrängte die eisige Stimme und sog die stummen Vibrationen der einzelnen Figuren in sich auf. Dann trat eine Stille ein. Nicht dieselbe Stille wie der Regen macht, bevor er unvermittelt in den Sonnenschein mündet. Auch nicht dieselbe Stille wie ein Genickbruch bei einem Fallenden verursacht. Vielmehr war es so, als würde nichts in dem Raum es wagen, den Worten der Gestalt zu widersprechen.
    Und dann klopfte es an der Tür. Die Gestalt atmete tief aus. Das Knistern der Kerze übertönte das leichte Ächzen des Holzes, als die Gestalt sich zum Aufstehen darauf stützte. Während sie einen Tropfen in der hohlen Hand fing, welcher sich aus einem Riss in der Decke pellte, öffnete sie mit der anderen die Tür, nickte der Person am anderen Ende knapp zu und schloss sie dann zu einem schmalen Spalt.
    „Dann werden wir also wieder dienen, für den höheren Zweck!“
    Die Gestalt grinste zu der Karte hinüber und sprach wortlose Zeilen in den Raum hinein. Dann trat sie hinaus und schloss die Tür hinter sich und es war als würde der Raum plötzlich von allem Leben erfüllt, den eine karge Kammer hervorbringen konnte.

    Neu

    Steve schrieb:

    Soweit so gut ... einzig und allein verwirrt mich ein wenig Vorspiel=Prolog?
    :D Danke fürs Feedback. Jaaaa also es ist angedacht bei jeder Chronik ein Vor-Zwischen und Nachspiel zu haben - mit einem Erähler, der die Geschichte, die der Leser bekommt erzählt. Der Prolog ist bereits die Geschichte, da er aber der Beginn einer Geschichte in einer Geschichte ist haben wir uns für das Wort "Prolog" entschieden. Man könnte auch sagen es war mehr ein Vorkapitel als der eigentliche 1. Kapitel ;)
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