Moin alle zusammen :P ,

    es gibt ja eine offizielle Hilfe-Seite von YouTube für die technischen Details für Video-Uploads (support.google.com/youtube/answer/1722171?hl=de)
    Hier steht, dass für 1080p mit 60 FPS eine Bitrate von 15 MBit/s optimal wäre.

    Ich lade Gameplays hoch was bedeutet, dass bei hochwertigen Gras-Texturen die Bitrate für die Frames besonders hoch sein muss, um gestochen scharf zu bleiben. 15 MBit/s reichen zum Aufnehmen dafür auf jeden Fall NICHT aus ... ich nehme deswegen mit 40 MBit/s auf. Da ist jeder Frame gestochen scharf. Mit Premiere Pro rendere ich das ganze dann auf die von YouTube vorgeschlagenen Einstellungen runter. Ich nehme dafür das vorgefertigte "YouTube 1080p HD" Profil von Premiere. Da finde ich auch die 15 bzw. 16 MBit/s wieder.

    Jedoch ist das Ergebnis alles andere als zufriedenstellend. Im VLC Player mit Vollbild ist das gerenderte Video schon nicht mehr ganz gestochen scharf ... und YouTube gibt dem Ganzen dann noch den Rest ...

    Hier sieht man ziemlich gut was ich meine (Vollbild). Vor allem die Facecam ist nicht mehr gestochen scharf, wenn im Hintergrund viel Bewegung ist:
    loading...


    im Vergleich ist hier im Datenanhang ein random Screenshot aus der ungerenderten Quelle die 40 MBit/s hat:
    Quali.PNG

    Jetzt zu meiner eigentlichen Frage, wie kann ich die Qualität, die am Ende bei YouTube heraus kommt, verbessern? Wenn ich mir da andere YouTube anschaue, wie HandOfBlood, bei denen ist alles gestochen scharf ...
    Sind die Angaben von YouTube mit den 15 MBit/s überhaupt noch aktuell?
    ... noch so ein Let's Player ... so langsam reicht's aber auch - Knom :D :P
    • 00

    Vor einem Moment

    Hej Du

    Vielleicht hilft dir das weiter:
    Also mein Tipp wäre jetzt das ganze nicht herunterzurendern. Denn wenn du runterenderst, dann geht ja etwas verloren, und irgendwo muss es ja weggehen.
    Was du vorher aber mal versuchen könntest, wäre das Video auf noch ne höhere Auflösung zu skalieren. Weil da braucht es ja ne höhere Bitrate um gestochen scharf zu sein. Also mal auf 1440p oder auf UHD rendern und schauen obs klappt.
    Aber genau so komprimiert YouTube das ganze ja nochmal selber.

    Ich habe auch mal wo gelesen, dass zumindest früher Youtube für Partner und dann auch nochmal für größere Youtuber unterschiedlich viel wegnimmt.

    Mfg Luca aka DisastermanTV
    Dem Disaster immer eins voraus !


    Gameingdiskussionen und mehr?

    Dafür gebe ich mich gerne her !

    Solche Videos sind doch gar nicht so schwer !

    Knom schrieb:

    Hier steht, dass für 1080p mit 60 FPS eine Bitrate von 15 MBit/s optimal wäre.
    Nicht so ganz.
    Da stehen Empfehlungen von Youtube, nicht was optimal ist. ;)

    Das ist ein kleiner Unterschied, denn bei Empfehlungen muss man immer erst mal schauen, für wen die gemacht sind.

    Im Falle dieser Seite ist das aber relativ klar:
    Der durchschnittliche Youtuber, der ein eher durchschnittliches Internet hat, nicht lange warten möchte, bis das Video fertig gerendert (eine treffendere Bezeichnung dafür wäre "kodiert") ist und er möchte auch nicht, dass der Upload seines Videos lange dauert. Außerdem gibt er sich auch mit durchschnittlicher Qualität zufrieden und hat eins der üblichen Videobearbeitungsprogramme und hat keine Ahnung von Videokodierung.
    Das dürfte so ungefähr die Zielgruppe sein, die Youtube mit dieser Empfehlungsseite ansprechen möchte.
    Daher ist die ganze Seite eher allgemein gehalten und ist dann natürlich auch sofort unbrauchbar, falls man denn auf ein gewisses Ziel hin (z. B. gute Videoqualität) optimieren möchte.

    Für dich passen sie schon nicht mehr. :D

    Ein gutes Beispiel sind die Bitraten allgemein:
    Festgelegte Bitraten, die das ganze Video über gleich bleiben müssen und sich während des Videos nicht an z. B. komplexere Szenen anpassen dürfen, sind in diesem Szenario keinesfalls optimal für die Videoqualität, im Gegenteil: Da gibt es deutlich bessere Möglichkeiten, die man als Youtuber nutzen könnte und die dann auch schönere Videos zur Folge hätten. Aber diese besseren Möglichkeiten kann nicht unbedingt jedes Videoprogramm (teilweise nicht mal mehr die üblichen Videoprogramme wie Sony Vegas oder Magix Video Deluxe).

    Bitraten kann jedes Programm (außer es ist wirklich extrem schlecht), daher hat Youtube halt Bitraten genommen, damit man das in seinem Programm auch definitiv so wie in den Empfehlungen einstellen kann. Zu Lasten der Videoqualität.

    Knom schrieb:

    Sind die Angaben von YouTube mit den 15 MBit/s überhaupt noch aktuell?
    Nee.

    Knom schrieb:

    ich nehme deswegen mit 40 MBit/s auf.
    Welches Programm?
    Shadowplay?
    OBS?

    Welche Einstellungen?
    Es wäre hilfreich, wenn du eine MediaInfo (<- da drauf klicken, wenn du nicht weißt, was das ist) von einer gerade aufgenommenen Datei hier posten könntest. Dann würde man das sehen. :)

    ---

    Allgemeine Workarounds:
    1. Re-Encode (Link) triggern. Das kannst du auch bei all deinen alten Videos machen. Youtube verarbeitet das Video dann neu und gönnt deinen Videos mit etwas Glück einen besseren Codec, mit dem dann die Videos besser aussehen, weil der bessere Codec (VP9) bei gleicher Bitrate eine bessere Qualität bringt, als der Standard-Codec h2.64.
    2. Neue Videos skalierst du am Besten auf 2048 x 1152p um. Dies sollte zumindest auf der 1080p-Stufe für bessere Qualität sorgen.
    3. Idealerweise nimmst du verlustfrei auf, z. B. in eine AVI. Die Aufnahmedateien werden dann zwar groß, allerdings kannst du die nach dem Upload ja eh wieder wegwerfen. Grundsätzlich solltest du versuchen, möglichst wenige Qualitätsverluste bis zum fertigen Video zu haben. Im Momenst verlierst du drei mal Qualität: Bei der Aufnahme (40 MBit dürften nicht reichen für verlustfrei), bei der Kodierung (dort wird das eh nicht perfekte Video gleich noch mal verschlechtert) und Youtube kodiert intern auch noch mal (hierbei geht noch mal richtig Qualität verloren). Das kann gar nicht gut aussehen und zumindest bei der Aufnahme könntest du dir eine bessere Basis schaffen.
    4. Wechsel nach Möglichkeit auf CRF (wird je nach Programm auch Constant Rate Factor, qualitätsbasiertes Encoding, konstante Qualität oder ähnlich genannt). Mit CRF sagst du dem Programm eine feste Qualität, die du gerne an jeder Stelle des Videos haben möchtest. Beim Kodieren des Videos wird dann für jede Sekunde geschaut, wie viel Bitrate sie braucht, damit jedes Bild die gewünschte Qualität erreichen kann. Das sorgt bei gleicher Qualität in der Regel für kleinere Dateien.
    5. Wenn du nicht auf CRF wechseln kannst, weil z. B. dein Schnittprogramm es nicht unterstützt, dann schraub die Bitrate hoch, so gut es dir dein Internet erlaubt. Zwar dauert der Upload dann länger, aber je hochwertiger das Video ist, das auf Youtube ankommt, desto hochwertiger wird das Endprodukt auf Youtube dann sein.
    Das wären so grobe Dinge, die du machen kannst.
    Genaueres ist schwer zu schreiben, da bräuchte ich mehr Infos von dir. Sonst wird das ein laaaaaaaaaaanger Roman. :D

    DisastermanTV schrieb:

    Ich habe auch mal wo gelesen, dass zumindest früher Youtube für Partner und dann auch nochmal für größere Youtuber unterschiedlich viel wegnimmt.
    Von dem, was ich bisher gesehen habe, scheint diese Vermutung unbegründet zu sein.
    Bzw. nur insofern richtig, dass bekannte Kanäle in der Regel direkt VP9 bekommen.
    You like music? I like pissing.
    ~Corey Taylor
    Hohes Gras wie im Video ist für die meisten Codecs eine Herrausforderung, der man meist nur mit mehr Bitrate und Auflösung begegnen kann. Wie die Vorredner schon sagten, hier sollte man von den 15 Mbit/s noch mal was drauf legen. YouTube's Empfehlungen sind grundsätzlich nicht schlecht, aber es wird auf der Hilfeseite auch nicht auf die Art des Inhaltes eingegangen. Ein Gaming-Video mit vielen Details, häufigen und starken Veränderungen im Bild haben hohe Ansprüche an die Bitrate. Ein Vlog, in dem man hauptsächlich nur ein Gesicht und verschwommenen Hintergrund sieht, und die Straße entlang geht, kommt mit weniger Datenrate aus und Komprimierung fällt weniger deutlich auf.

    strohi schrieb:

    2. Neue Videos skalierst du am Besten auf 2048 x 1152p um. Dies sollte zumindest auf der 1080p-Stufe für bessere Qualität sorgen.
    Das halte ich nach wie vor für ein Gerücht, dass das wirklich viel bringt. Zumindest in meinem Versuch war da bei 1152p kaum ein Unterschied sicht- oder messbar. Hier mal zwei Vergleichsbilder:


    Es kann aber auch nie schaden, dass mit dem eigenen Footage selbst auszuprobieren. :)
    Im Blog und Netz zuhause, YouTube mit diesem Equipment. Macht auch Twitter.

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Felix

    Sorry für die verspätete Antwort. :3

    Felix schrieb:

    Zumindest in meinem Versuch war da bei 1152p kaum ein Unterschied sicht- oder messbar.
    Ja, das hat allerdings auch Gründe.

    1. Deine 1152p-Upload haben kein VP9 bekommen und wurden damit exakt mit den normalen Einstellungen der 1080p-h.264-Encodes verarbeitet. Sprich deine 1080p- und 1152p-Videos wurden gleich verarbeitet und sehen deshalb jetzt entsprechend fast gleich aus. Der Sinn von 1152p ist aber ja genau der, dass du eine andere Stufe bekommst, die mehr Bitrate hat. Hier wäre der bereits in meinem vorigen Beitrag angesprochene Reencode hilfreich, damit du VP9 erhälst. Sonst hat das Ganze tatsächlich keinen Sinn. :)
    2. Soweit ich das Testvideo angeschaut habe, ist es größtenteils eher inkomplex. Bis auf die Waldszene ist da nicht viel Bewegung uns es wird mit Fokus (also scharfen und dafür dann außenrum unscharfen Bereichen) gearbeitet. Das braucht natürlich wenig Bitrate, sodass die Grenzen gar nicht ausgelötet werden.
    3. Du hast 30fps genommen. Youtube vergibt bei 30 fps weniger Bitrate, als bei 41 und mehr fps. In der Regel ist der Anstieg auch höher, als die durch die höheren FPS zusätzlich benötigte Bitrate -> Qualität steigt noch mal.


    Das sind so ein paar Punkte, die mir aufgefallen sind.
    Allerdings hast du durchaus Recht: Youtube hat vor einiger Zeit die Bitraten erneut angepasst. Der Unterschied ist seitdem tatsächlich kleiner geworden. Allerdings sollte er noch da sein.
    You like music? I like pissing.
    ~Corey Taylor
    Also ich hab jetzt ein anderes Testvideo mal als neues Video gespeichert und einmal überschrieben. Hat mir in beiden Fällen kein VP9 gebracht, dafür aber minimal mehr Datenrate. Sichtbarer Unterschied... ist auch eher minimal.

    Beim Test-Video sind mit Bart, Jeans-Struktur, Schuhsohle und Wald schon einige feine Texturen, bei denen sich die Komprimierung unterschiedlich bemerkbar macht. Insgesamt sind es aber eher normale Clips, das stimmt, aber genau das wollte ich auch. So bildet es eher ab, was in einem durchschnittlichen Video zu sehen ist. Künstliche Testbilder, die den Encodierer an seine Limits bringen und den größten Effekt haben, wären zwar schön um mögliche Unterschiede zu zeigen, hilft aber nicht wirklich bei der Frage, ob sich der Mehraufwand für Upscaling und zweimaliges Encodieren auf YouTube am Ende lohnt.
    Aber genau hierfür habe ich die Clips in alle Versionen zur Verfügung gestellt, damit man sie sich anschauen, beurteilen und darüber diskutieren kann. :)

    Gaming-Videos sind aber sicherlich noch ein Testfeld, in dem mein Versuch nur bedingt hilft, von daher ist das Ausprobieren mit dem eigenen Material noch am besten.

    Bei 41 fps läuft es mir trotzdem immer kalt den Rücken runter :D
    Im Blog und Netz zuhause, YouTube mit diesem Equipment. Macht auch Twitter.
    So Leute,

    ich habe jetzt viel rumprobiert. Das mit dem "Video bearbeiten" funktioniert nur manchmal. Der vp9 Codec kam bei einigen Videos zwar raus, die Qualität hat sich aber nicht verändert. Macht ja auch Sinn ... denn die Originale "Riesen-Datei" die man hochgeladen hat, ist ja auf den Servern schon längst verworfen worden.
    Nach ein wenig umher fragen und nachforschen bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es schlichtweg und einfach an der Relevanz des YouTube Kanals liegt, wie viel Aufwand YouTube in die Verarbeitung der Videos zu investieren bereit ist. Eine genaue Zahl gibt es da scheinbar nicht ... spätestens wenn man automatisch den vp9 Codec verpasst bekommt weiß man, dass man im "Ranking" des YouTube Algorithmus anders behandelt wird.

    Die Relevanz bei YouTube ist so eine Sache, der Algorithmus ist sehr undurchsichtig und wägt tausende Umstände ab, um zu seine Entscheidungen zu treffen ...

    Also Back to The Roots: guter Content, viel Fleiß und Mühe investieren und es wird sich irgendwann von selbst regeln :)

    LG Knom

    PS: Ich lade nun die Videos mit 40 MBit/s hoch und das Ergebnis kann sich tatsächlich sehen lassen. Trotz "schlechterem" Codec:
    loading...
    ... noch so ein Let's Player ... so langsam reicht's aber auch - Knom :D :P

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Knom

    ... und noch eine Kleinigkeit, ich lade meine Videos nun in 4K Auflösung und 40 MBit/s hoch (nur skaliert, nicht in 4K aufgenommen)

    Das Resultat: instant vp9 Codec und ein super scharf gestochenes Bild! Mit 4K Videos knackt man den YouTube Codierer! :P
    Somit ist dieses Thema tatsächlich erledigt :D
    ... noch so ein Let's Player ... so langsam reicht's aber auch - Knom :D :P
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